Die Nacht. Das eigentlich un-urbanste Phänomen unserer Gesellschaft erreicht aber in diesem, seinem urbanen Kontext einen unvergleichlichen Mehrwert.
Nacht. Nacht ist überall, so lange es dunkel ist. Nacht ist weder urban noch rural, Nacht ist global. Aber Nacht ist nicht gleich Nacht: Sternenklare Nacht auf dem Lande versprüht eine ganz andere Atmosphäre als das neonbeleuchtete Event- und Szenehappening "Nacht" in der Stadt. Dort wird die Nacht nach allen Regeln der Kunst zelebriert. Liegt der Dörfler bei absoluter Dunkelheit in seinem Bett, zeigt sich dem urbanen Mann die Stadt von ihrer schönsten Seite: Kunst, Kultur, Szenenlokale und Tanztempel ziehen magisch die Massen an.
Die Stadt erfährt eine brutale Trennung in "Hot Spot" und "tote Ecke", in lebendige Metropole und irrelevantes Dorf. Nichts segregiert die Stadt bzw. segregiert in der Stadt mehr als die Nacht. Hell und dunkel; schwarz und weiß – die Nacht zeigt es auf.
Wer möchte schon irrelevant sein? Mit vielfältigen Programme und Betätigungsmöglichkeiten locken die großen Städte, die etwas auf sich halten, die Massen aus ihren Wohnungen und bespaßen sie. Es ist dieser eine Baustein der Stadt, welcher sie als urbanes, also hochverdichtetes, kreatives und akzentuiertes, Milieu kennzeichnet: Das Nachtleben. Ohne dieses wäre jeder urbane Mann, jeder urbane Mensch nur ein Dörfler unter sternklarem, aber neonuntermaltem Himmel – einer unter vielen.
Die Nacht erst bringt die Menschen wirklich zusammen.
dU